Im Marco-Polo-Tower in der Hamburger HafenCity sorgen die
Regelsysteme von Priva für das richtige Klima
Der noch im Bau befindliche Hamburger Stadtteil
HafenCity ist das größte innerstädtische Entwicklungsprojekt
Europas. Bis in das Jahr 2025 soll damit die Hamburger City um 40 %
erweitert werden. An der Waterfront zwischen der Elbe und der
historischen Speicherstadt entsteht neuer Raum zum Wohnen, für
Dienstleistungen, Freizeit, Kultur, Tourismus und Handel.
Ökologische Nachhaltigkeit steht hier im Vordergrund und wird vor
allem bei der Wärmeenergieversorgung und durch ein
Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen umgesetzt. Eine
Landmarke der HafenCity stellt der Marco-Polo-Tower mit 56 Metern
Höhe und 15 ineinander verschränkten Wohnetagen dar. Er bietet
seinen Bewohnern neben einer außergewöhnlichen Architektur ein
optimales Wohnklima durch umweltschonende
Gebäudeautomationstechnologie.
Der im Jahre 2010 errichtete Marco-Polo-Tower ist ein exklusives
Wohngebäude mit 58 Wohnungen, die von ihren Eigentümern individuell
eingerichtet und gestaltet werden können; außerdem verfügt er über
eine Tiefgarage und einen Fitnessbereich. In der Ausschreibung für
das Gebäudeautomationssystem wurden von dem zuständigen
Planungsbüro entsprechend dem Nachhaltigkeitskonzept der gesamten
HafenCity hohe Anforderungen an die verwendeten Technologien
gestellt: Das System sollte eine hohe Funktionalität besitzen, um
den Ansprüchen der Wohnungseigentümer gerecht zu werden sollte es
gleichzeitig aber auch auf natürliche Energieressourcen wie
Solarenergie zurückgreifen und kosteneffektiv sein. Das
Konzept der Firma HSE Haustechnik GmbH hat die Planer überzeugt,
weil es den technologischen Anforderungen genügte, aber auch mit
geringen Kosten und einem umfassenden Wartungsservice dienen kann.
Dazu Jörg Trepczyk, Projektleiter für MSR-Automationssysteme bei
HSE: "Jedes Gebäude ist anders, dieses war auf jeden Fall eine
Herausforderung."
Das Wohlbefinden der Bewohner steht im
Fokus
Die Beheizung und Lüftung der Wohnunungen ist nicht Systemumfang
von Priva die Steuerung erfolgt autarg, die jeder Eigentümer mit
einer eigenen Steuerungsanlage regulieren kann, außerdem
Entrauchungsanlagenin den Technikräumen der Untergeschosseund ein
Kältesystem. Den Kern der Steuerung bildet eine Automationslösung
der Firma Priva Building Intelligence. Trepczyk dazu: "Wir nutzen
ein frei programmierbares DDC-System (Direct Digital Control) von
Priva, dasstate-of-the-artist in Punkto Kompatibilität,
Bedienbarkeit und Zuverlässigkeit." Die Gebäudeautomationslösung
von HSE ist dezentral organisiert. Über verschiedene Schaltschränke
können Veränderungen vorgenommen werden, es gibt jedoch einen
zentralen Schrank, an dem über einen Touchscreen erweiterte
Eingriffe, z.B. Programmierungen, möglich sind. Trepczyk erklärt:
"An das Betriebssystem von Priva, können verschiedene Controller
für digitale und analoge Module angeschlossen werden, die wiederum
von uns gebäudespezifisch programmiert worden sind." Weiter
erläutert er: "Wir greifen auf bewährte Standardtechnologie zurück,
die wir dann mit unseren Lösungen von der Planung, über den
Schaltschrankbau bis zur Verkabelung an das Gebäude anpassen." Für
die Gebäudebetreiber selbst ist der Aufwand gering, weil das
Facility Management wiederum auf den Wartungsdienst von HSE
zurückgreifen kann.
Im Fokus der Gebäudeautomationslösung stehen gleichermaßen
Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und das Wohlbefinden der Bewohner.
Die einzelnen Räume werden individuell über KWL-Anlagen
(kontrollierte Wohnraumbelüftung) belüftet und Fußbodenheizungen
sorgen dafür, dass überall ein gleichmäßiges Klima herrscht.
Energieerzeugung durch Nutzung natürlicher
Ressourcen
Ein Novum des Marco-Polo-Towers ist laut Trepczyk die
warmwasserbetriebene Absorptionskältemaschine: "Es ist die erste
Anlage dieser Art in Deutschland, die ihre Energie durch Solarkraft
bezieht." Sonnenkollektoren auf dem Dach erzeugen Heißwasser, das
im Keller zunächst in einem Speicher gepuffert und dann der
Kältemaschine und schließlich den Wohnungen zugeführt wird. Diese
Anlage ist besonders energieeffizient und umweltschonend, weil sie
lediglich die natürlichen Ressourcen Sonne und Wasser nutzt. "Es
wird nur so viel Kälte erzeugt wie gebraucht wird", so Trepczyk.
"Der einzige elektrische Energiebedarf entfällt auf die Pumpen",
erläutert er weiter. "Dadurch kann die Anlage beinahe 400%
gegenüber herkömmlichen Anlagen an Energie und natürlich eine Menge
an Kosten einsparen."
Das Prinzip der Maschine wirkt einfach: Sie wird mit Wärme bei
niedrigen Drücken betrieben, als Betriebsflüssigkeit kommen Wasser
und eine Lithiumbromid-Lösung zum Einsatz. Dabei dienen das Wasser
der Kühlung und das Lithiumbromid als Aufnahmemedium. Dieses
Aufnahmemedium spielt in dem relativ komplexen Kühlkreislauf eine
zentrale Rolle; nachdem es durch das Heizwasser zum sieden gebracht
wurde, wandelt sich ein Teil der Lösung in Wasserdampf um, der
stark konzentrierte Rest gelangt über einen Wärmetauscher in den
Absorber, wo er, verkürzt dargestellt, den vom Verdampfer kommenden
Kühldampf absorbiert. Durch die Absorption der Verdampfungswärme
vom Kühlwasser entsteht schließlich Kaltwasser.
Mehrfach mit Preisen ausgezeichnet
Das Gebäude ist durch seine moderne und helle Architektur und
die Möglichkeit der individuellen Gestaltung der Wohnungen für
Bewohner mit hohen Ansprüchen an ihren Lebensraum konzipiert.
Dieses Konzept wird durch eine ebenfalls individuell regulierbare,
ökologisch nachhaltige, energie- und kosteneffiziente
Gebäudeautomationslösung unterstützt und ist dementsprechend mit
verschiedenen Preisen bedacht worden, zuletzt mit dem sogenannten
"Immobilien-Oskar", dem MIPIM-Award in der Kategorie Residential
Developments, und davor mit dem European Property Award als Bestes
Hochbauprojekt. Die systematische Unterstützung und Durchsetzung
nachhaltigen Wirtschaftens, Bauens und Energie Nutzens in der
HafenCity hat mit dazu beigetragen, dass Hamburg 2011 zur "European
Green Capital" gewählt wurde.
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